Wir bewahren Stadtgeschichte


Stellungnahme des GAV zur Zukunft des Stadtmuseums

PRESSEMITTEILUNG
Esslingen, 24.02.2026

GAV: Stadtmuseum und historisches Erbe dürfen nicht die Verlierer sein!

Die wichtigsten Säulen der Aktivitäten des Geschichts- und Altertumsvereins Esslingen am Neckar e.V. (GAV) waren und sind der Aufbau und Erhalt einer stadthistorischen Objektsammlung und die Fürsorge für das historisch-architektonische Erbe der Stadt. Deshalb wirbt der GAV unabhängig vom Ergebnis des Bürgerentscheids eindringlich für eine Weiterentwicklung der Institution Stadtmuseum und eine Bewahrung der architektonischen Gestalt unserer Stadt.

Dem GAV und seinen engagierten Mitgliedern sind in der aktuellen Diskussion v.a. zwei Themen wichtig: Die Zukunft des Stadtmuseums mit dessen zukunftsfähiger Weiterentwicklung bzw. Neuaufstellung sowie eine verantwortungsvolle Entwicklung der hochkarätigen Baudenkmale Gelbes Haus und Bebenhäuser Pfleghof unter Beibehaltung der öffentlichen Zugänglichkeit – und dies unabhängig von der Entscheidung für den Standort der Bücherei.

Das Stadtmuseum, dessen Sammlung zu großen Teilen Eigentum des GAV ist, muss bereits seit langem dringend neu konzipiert werden, um seinen Aufgaben heute und in Zukunft gerecht werden zu können. Dazu bedarf es auf jeden Fall zusätzlicher Flächen. Ganze Epochen (Archäologie, Industrialisierung, 20. Jahrhundert, Zeitgeschichte) und zentrale Themen (Gesellschaft, Frauen, Migration) können aufgrund fehlender Räumlichkeiten nicht präsentiert werden. Gleiches gilt für die immer wichtigeren Angebote, die eine breite Teilhabe des gesamten Spektrums der Gesellschaft an den Inhalten des Stadtmuseums ermöglichen.

Das Gelbe Haus mit seiner engen und facettenreichen Verknüpfung mit der Geschichte der Stadt vom Hochmittalter bis ins 20. Jahrhundert ist als Bauwerk gleichsam das wichtigste Exponat des Museums und muss unbedingt für museale Zwecke erhalten bleiben. Eine Veräußerung oder Umnutzung kann nicht zur Debatte stehen.

Im Falle des Auszugs der Stadtbücherei aus dem Bebenhäuser Pfleghof muss unmittelbar nach der Entscheidung mit einer konzeptionellen Planung für das Kultur- bzw. Museumsquartier begonnen werden. Das Konzept muss stehen, wenn die Räume frei werden und Mittel für deren Umnutzung zur Verfügung stehen. Ein Verschieben der Entwicklung in die 2030er Jahre bedeutet nicht nur Stillstand, sondern trägt auch die Gefahr der Aufgabe von Konzept und Gebäude in sich.

Aber auch der potenzielle Verbleib der Bücherei im Pfleghof darf keinesfalls dazu führen, die dringend notwendigen konzeptionellen Planungen für eine Stärkung des Stadtmuseums, u.a. durch Nutzbarmachung der in und um das Gelbe Haus vorhandenen Flächenreserven, auf die lange Bank zu schieben.

Das Stadtmuseum und unser historisches Erbe dürfen bei der die Bürgerschaft intensiv beschäftigenden Diskussion um die Stadtbücherei nicht die Verlierer sein. Der GAV bittet die Bürgerinnen und Bürger ebenso wie die Verantwortlichen in Verwaltung und Politik dringend, dies immer mitzuberücksichtigen. Gerne wird sich der GAV in beiden Fällen konstruktiv und engagiert in die dann anstehenden Planungen einbringen. Für eine lebendige, zukunftsweisende Erinnerungskultur in unserer Stadt.

Dirk Zimmermann M.A.                                           Andreas Henrich

Vorsitzender                                                              Geschäftsführer