Wir bewahren Stadtgeschichte


Rundschreiben 03/2026

Rundschreiben 3/2026

Esslingen, im September 2026

gerne übersenden wir Ihnen die Veranstaltungsübersicht für die Monate Oktober bis Dezember sowie einige weitere Hinweise und Vorankündigungen.

Esslinger Altstadtviertele

Kirche in der Stadt – Kirche am Markt
Donnerstag, 15. Oktober 2026, 19:00 Uhr, Altes Rathaus, Bürgersaal

Die Esslinger Stadtkirche St. Dionys liegt mitten im Herzen unserer Altstadt – an der Keimzelle der Stadtgeschichte und direkt am Marktplatz. Ihre Tore und Toreingänge, wie die historische „Paradiespforte“ oder das derzeit verborgene Nordportal, zeugen von einer jahrhundertelangen Verbindung zwischen Kirchengemeinde, Bürgerschaft und städtischem Leben. Früher lag der Haupteingang direkt gegenüber dem reichs- städtischen Spital – ein Zeichen für die enge Verflechtung von Glauben, Fürsorge und Stadtgesellschaft.

Doch wie präsentiert und positioniert sich die Kirche in der Stadt heute? Welchen Platz nimmt sie am modernen „Markt“ ein – sowohl als Ort des Glaubens und der Ruhe als auch als Akteurin im gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenleben? Über diese und weitere Fragen möchten wir gemeinsam ins Gespräch kommen.

Als Gesprächsgast begrüßen wir Dekan Klaus-Peter Lüdke, der Impulse und Perspek- tiven aus seiner Arbeit im Kirchenbezirk Esslingen einbringen wird.

Die Moderation übernimmt Christel Köhle-Hezinger.
Der Eintritt ist frei. Für Getränke, frische Brezeln und Esslinger Wein ist gesorgt.

Wir laden Sie herzlich zum 14. Esslinger Altstadtviertele ein und freuen uns auf Ihr Kommen und auf einen inspirierenden Abend im Bürgersaal!

 

Jahresausflug nach Schwäbisch Gmünd

Samstag, 17. Oktober 2026

Schwäbisch Gmünd war in staufischer Zeit – vergleichbar mit Esslingen – ein wichtiges Mittelzentrum mit Verwaltungsfunktion, das sich in einem dynamischen Prozess zur Freien Reichsstadt entwickelte. Wie Esslingen weist Gmünd zahlreiche herausragende Kirchenbauten auf, allen voran das mit der Baumeisterfamilie der Parler in Verbindung stehende Heilig-Kreuz-Münster.

Im frühen 14. Jahrhundert fand die Umplanung zu einer Hallenkirche statt – auch die Esslinger Frauenkirche ist als Hallenkirche konzipiert. Völlig neuartige Raumvorstellungen werden schließlich in der Raumkonzeption des Chores erlebbar. Heilig-Kreuz weist zudem bedeutende Ausstattungsstücke und Bauplastik auf. In der benachbarten St. Johanniskirche, die in Beziehung zu den Staufern steht, besteigen wir den Glockenturm mit herrlichem Rundumblick.

Wir stehen in Esslingen kurz vor unserem 1250-Jahr-Jubiläumsjahr. Im Jahr 2012 feierte Gmünd das 850-jährige Jubiläum der urkundlichen Ersterwähnung. Dieses wurde von einer breiten Bürgerbewegung getragen und führte zu einer Stärkung des Geschichtsbewusstseins sowie zu zahlreichen Stiftungen Gmünder Bürgerinnen und Bürger für unterschiedliche Bauwerke.

Wir besichtigen den monumentalen Gmünder Stauferfries, der im Nachgang des Stadtjubiläums nach Entwürfen des Künstlers Helmut Maximilian Gruber-Ballehr ausgeführt wurde und den Einzug des letzten Staufers Konradin im Jahr 1266 in Schwäbisch Gmünd darstellt.

Ein weiterer Höhepunkt ist die Besichtigung der ehemaligen Synagoge in der Imhofstraße 9. Über deren Standort wurde über Jahrzehnte hinweg spekuliert. Zwar wird das Gebäude bereits in der Debler’schen Chronik um 1787 bildlich dargestellt, doch selbst in wissenschaftlichen Kreisen blieb seine genaue Existenz und Lokalisierung lange Zeit ein Rätsel.
Im Jahr 2014 erwarb ein Gmünder Geschäftsmann das leerstehende Gebäude, um dort Wohnungen einzurichten. Zu diesem Zeitpunkt war lediglich bekannt, dass sich auf dem Anwesen ein Dachstuhl aus dem Jahr 1288 befindet. Erst bei den Umbauarbeiten und den anschließenden bauhistorischen Untersuchungen wurde das wahre Ausmaß dieser historischen Kostbarkeit offenbar: Das Gebäude entpuppte sich als die einzige in Deutschland vom Keller bis zum Dachstuhl vollständig erhaltene, multifunktional genutzte Synagoge abseits der großen mittelalterlichen Zentren. Diese einzigartige Besonderheit macht das Domus Judaeorum in Schwäbisch Gmünd zu einem bedeutenden Denkmalschatz der jüdischen Geschichte.

Vorbereitung und Durchführung: Dirk Zimmermann M.A., Vorsitzender

Folgendes Programm ist vorgesehen:

08:30 Uhr 08:41 Uhr Treffen am Bahnhof Esslingen, Gleis 3 (Aufgang rechts)

08:41 Uhr MEX 16 (19122) in Richtung Stuttgart Hbf, Umstieg in
Bad Cannstatt in RE1 (19673) in Richtung Aalen Hbf, Abfahrt in Bad Cannstatt um 9:04 Uhr

09:45 Uhr  Fußweg vom Bahnhof Schwäbisch Gmünd durch die Altstadt zum Heilig-Kreuz-Münster. Besichtigung u.a. des Stauferfrieses an der „Remstalgalerie“

ca. 10:30 Uhr Besichtigung der Heilig-Kreuz-Kirche (innen und außen). Führung: Dirk Zimmermann M.A.

ca. 11:45 Uhr Besichtigung St. Johanneskirche, mit Turmbesteigung oder alternativ Besichtigung Lapidarium (u.a. mit Wasserspeiern von Hl. Kreuz)

12:30 Uhr Gemeinsames Mittagessen im Wichtel, Marktplatz 11

14:00 Uhr Besichtigung der ehemaligen Synagoge, Imhofstraße 9. Hinweis: Wir werden eine Baustellen- besichtigung machen, d.h. festes Schuhwerk wird vorausgesetzt. Im Keller und Erdgeschoss des Gebäudes werden wir wichtige Befunde zur Frühgeschichte der Synagoge sehen und erleben. Führung: Markus Numberger

ca. 15:30 Uhr Zeit zur freien Verfügung/Besichtigungen in Kleingruppen, zum Beispiel:

  • Museum im Prediger, Johannisplatz 3 (Kultur- und Kunstge-schichte Gmünds);
  • Ott-Pausersche Fabrik, Silberwaren- und Bijouteriemuseum,Milchgäßle 10 (vollständig erhaltene Fabrikanlage aus dem 19. Jhd., veranschaulicht den Arbeitsalltag der damaligen Gold- und Silberarbeiter)
  • Spital zum Heiligen Geist, Hospitalgasse 34 (mit grünem Innen- hof, zum Entspannen)Ausklang im Café Margrit, Johannisplatz 10 (Kaffee und Kuchen)

ab 16:00 Uhr Ausklang im Café Margrit, Johannisplatz 10 (Kaffee und Kuchen)

17:26 Uhr Bahnhof Schwäbisch Gmünd, Rückfahrt nach Esslingen mit MEX 13, Umstieg in Bad Cannstatt. Ankunft Bahnhof Esslingen ca. 18:30 Uhr

Hinweis: In Schwäbisch Gmünd ist alles gut fußläufig erreichbar.

Bitte melden Sie sich bis zum 12. Oktober verbindlich an unter der E-Mail: post@gav-es.de (wegen der Tisch-Reservierungen)

 

Münzkabinett
Münzen- und Medaillenstiftung Esslingen am Neckar – Gerhard Kümmel Stadtmuseum im Gelben Haus

Die Münzen- und Medaillenstiftung Gerhard Kümmel ist die umfangreichste geschlossene Sammlung von Münzen, Medaillen und Notgeld der Inflationszeit aus Esslingen am Neckar. Sie wird ab dem 2. November 2026 in einer neuen Abteilung der Dauerausstellung des Stadtmuseums im Gelben Haus präsentiert.

Historisch bedeutend sind vor allem die Esslinger Denare (mittelalterliche Fern- handelspfennige) aus dem 10. und 11. Jahrhundert. Vergleichbar vollständig gibt es sie nur noch in den weltbekannten Münzsammlungen der Eremitage in St. Petersburg und in der Königlichen Münzsammlung in Stockholm.
Die Stiftung umfasst mehr als 1.000 Münzen und Medaillen, aber auch Prägewerk- zeuge – vor allem der Esslinger Firma Otto Beh, Papiergeld, Wertmarken und geprägte Anstecknadeln. Der Schwerpunkt liegt bei den Denaren und bei frühen Gedenkmedaillen des 17. bis 19. Jahrhundert.

Eröffnung am Montag, 2. November 2026 um 18 Uhr, durch Herrn Oberbürgermeister Matthias Klopfer.

Für Mittwoch, 4. November um 17 Uhr haben wir für unsere Mitglieder eine Führung organisiert. Anmeldung erbeten unter: 0711/ 3512-3240
(Hinweis: max. 15 Teilnehmende)

 

Wir sind so frei. Queere Geschichten in Esslingen – Ausstellung im Stadtmuseum im Gelben Haus

10. Dezember 2026 bis 26. September 2027

Queere Menschen leben nicht erst heute in Esslingen – schon immer waren sie ein Teil dieser Stadt. Ihre Lebensrealitäten sind vielfältig und oft von Gegensätzen geprägt:

zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, Anerkennung und Ausgrenzung, Freiheit und Diskriminierung, öffentlicher Anfeindung und privatem Glück.

„Queer“ ist ein Begriff für Menschen, deren sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität nicht den traditionellen gesellschaftlichen Vorstellungen entspricht. Er wird oft als Sammelbegriff verwendet – zum Beispiel für lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, intergeschlechtliche oder nichtbinäre Menschen.

Im Jubiläumsjahr 2027 rückt das Stadtmuseum im Gelben Haus queere Geschichten und Perspektiven in den Mittelpunkt. Gemeinsam mit Vereinen, Kultureinrichtungen und weiteren Akteurinnen und Akteuren aus Esslingen entsteht ein Raum zum Zuhören, Austauschen und Entdecken. Dabei werden persönliche Erfahrungen sichtbar. Jede/r darf selbst zu Wort kommen.

Um diese Geschichten einzuordnen, wirft das Team des Stadtmuseums und der Historiker Karl-Heinz Steinle, der das Projekt ko-kuratiert, einen Blick auf die Geschichte queerer Emanzipation in Esslingen und der Region. Die Stadtgeschichte aus queerer Perspektive zu erzählen, ist bisher nur in Ausschnitten möglich. Noch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein gibt es nur wenige Quellen – oft sind es Zufallsfunde. Das zeigt: Was lange nicht gefragt wurde, bleibt oft unsichtbar.

Das Ausstellungsteam begibt sich gemeinsam auf Spurensuche. Und fragt danach, was Menschen geprägt hat: Was war schön, stärkend und befreiend? Was war schmerzhaft, ausgrenzend, unerträglich oder sogar existenziell bedrohlich? Welche Veränderungen wurden durch Mut, Solidarität und Selbstbehauptung möglich – und wo ist der Einsatz für Gleichstellung und Freiheit noch nicht abgeschlossen?

Eröffnung: Donnerstag, 10. Dezember 2026, 17:00 Uhr

Für Mittwoch, 20. Januar 2027 um 17 Uhr haben wir für unsere Mitglieder eine Führung organisiert. Anmeldung erbeten unter 0711/ 3512-3240
(Hinweis: max. 15 Teilnehmende)

 

Vorankündigung
Unser traditioneller Abend im Museum findet in diesem Jahr am Donnerstag, 3. Dezember 2026, um 19:00 Uhr im Stadtmuseum statt.
Weitere Informationen folgen.

 

Noch nicht im E-Mail-Verteiler?

Wenn Sie unser Rundschreiben und weitere Informationen des GAV künftig bequem per E-Mail erhalten möchten, schicken Sie uns einfach Ihre E-Mail-Adresse
an geschaeftsfuehrer@gav-es.de . Wir freuen uns, auf diesem Weg mit Ihnen in Kontakt zu bleiben.

Wir freuen uns auf eine Begegnung mit Ihnen. Mit freundlichen Grüßen

Dirk Zimmermann M.A.                         Andreas Henrich

Vorsitzender                                         Geschäftsführer